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Freitag, 21.12.2007
Gefahrene Meilen: 131.2 (= 211 km)
Ich bin sehr glücklich über die Entscheidung, trotz der Aussicht auf Schnee nicht nach Süden auszuweichen sondern an der geplanten Tour festzuhalten. Trotz einer 70%igen Wahrscheinlichkeit für Regen/Schnee in der Nacht und 30% tagsüber (laut Weather Channel) fiel nicht ein Tropfen oder eine Schneeflocke. Der Himmel war fast durchgehend blau bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Nur mit dem starken Wind hatte der Weather Channel Recht behalten. Und deshalb fühlte es sich eisig kalt an. Trotzdem war es ein rundum gelungener Tag.
Nach dem Kaffee ging ich los, eine Tour in den Antelope Canyon für 11:30 zu buchen. Da noch fast 2 Stunden Zeit waren, fuhr ich noch schnell zum Horseshoe Bend, einem ganz in der Nähe von Page liegenden Aussichtspunkt auf eine Schleife des Colorados. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Aussichtspunkt und zurück kam ich schon mal ganz schön ins Schwitzen: es ging nämlich in beide Richtungen durch tiefen Sand bergauf über einen Hügel. Aber die Aussicht war die Anstrengung wert, obwohl ich Hasenfuß mit meiner Höhenangst mich nicht bis ganz an den Rand gewagt habe.
Wieder zurück in Page war noch etwas Zeit, bis die Tour zum Antelope Canyon startete. Und die nutzte ich, um meinen knurrenden Magen zu beruhigen. Ich hatte nämlich bisher noch gar nichts gegessen. Also musste ein Bananen-Muffin daran glauben.
Und dann ging es los: 5 Touristen und 1 Fahrer in einem klapprigen Geländewagen erst auf der Straße Richtung Süd-Osten und dann über eine Sandpiste bis zum Canyon-Eingang. Das sah noch ganz unspektakulär aus. Und auch innen sieht es nicht viel anders aus für das menschliche Auge. Die Kamera sieht jedoch ganz andere Farben.
Wir durften 1 Stunde im Canyon bleiben. Da aber die anderen Besucher mit ihrer Tour bereits am Gehen waren, hatten wir 5 den Canyon ganz für uns allein. Und so war 1 Stunde außerordentlich reichlich bemessen. Unser Führer, eine Navajo, ging durch den Canyon voraus und machte uns auf besondere Motive aufmerksam. Am Ende angekommen, ging sie wieder voraus zurück zum Auto. Auch die anderen 4 gingen einiges schneller zurück zum Auto. Und auch ich hatte nach 45 Minuten genug fotografiert und vor Kälte ganz steife Finger. Mein kleines Stativ leistete mir hier gute Dienste; hatte ich doch die Belichtungszeit teilweise auf 8 Sekunden gestellt. Trotzdem sind sehr viele der Bilder aus der freien Hand aufgenommen.
Wieder zurück in Page war noch genügend Zeit für weitere Besichtigungen. Dafür hatte ich mir das Gebiet südlich der Gebirgskette zwischen Page und Kanab, das an der 89A, der alten Bundesstraße von Page nach Utah, gelegen ist, ausgesucht. Zuerst ging es über eine sehr hohe Brücke, bei der neben der Autobrücke noch eine zweite für Fußgänger (zum Fotografieren) gebaut wurde, über den Colorado.
Gleich danach geht eine Straße runter zum Colorado an die Stelle, an der im Sommer die Touristen in Schlauchboote für eine kleine Bootstour durch den Grand Canyon verfrachtet werden. Dies ist quasi der Beginn des Grand Canyon, d.h. die letzte Stelle vor dem Bereich mitten im Grand Canyon, zu dem einige Wanderer erst mehrere Stunden hinuntergehen, um dann entweder am selben Tag oder am nächsten Tag dieselbe Strecke wieder hinaufzugehen.
Morgen hoffe ich auf etwas weniger Wind. Da möchte ich nämlich einige Hoodoos besuchen, was mit einiger Lauferei verbunden sein wird.