Meine Reisetagebücher
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Der letzte Tag

Donnerstag, 10.01.2008

 

Gefahrene Meilen: 147.7 (= 238 km)

 

 

Heute wachte ich mit einer ganz miesen Laune auf. Es war der letzte Tag, denn morgen musste ich schon ganz früh wieder am Flughafen sein, um den Flieger nach Deutschland zu besteigen. Und wie um sich über mich und meine schlechte Laune lustig zu machen, lachte draußen die Sonne vom Himmel. Da hätte ich wenigstens eine hellgraue Wolkendecke zum Abschied erwartet und nicht strahlenden Sonnenschein. Das verbesserte meine Laune keineswegs.

 

Irgendwann raffte ich mich auf, die Kaffeemaschine anzuwerfen und alle verfügbaren Kaffeebeutel in die Kanne zu werfen, um 2 Becher starken Kaffee zu brauen. Für morgen früh hatte ich noch meine letzte Dose Fertigkaffee reserviert, da ich genau weiß, dass ich keine Lust haben werde, mitten in der Nacht trinkbaren Kaffee zu fabrizieren und der aus der Dose gar nicht so übel ist und auch genügend Koffein hat, um mich zu Unzeiten munter zu machen.

 

Den Kaffee trank ich ganz langsam und machte mich dann mal fertig zu Gehen. Schließlich hatte ich heute noch einiges vor.

 

Zuerst musste ich zurück nach Primm in die Outlet Mall, um mit dem dort vorhandenen Wlan-Netz meine Flugdaten zu checken. Ich hatte da nämlich den von Delta angebotenen Service in Anspruch genommen, 24 Stunden vor dem Abflug eine Email mit den aktuellen Daten zu erhalten. Das Outlet und der Food Court waren schnell erreicht. Und eigentlich hatte ich mir vorgenommen, dort zu frühstücken. Aber ich hatte einfach keinen Appetit bzw. das Fast Food Angebot dort verscheuchte noch den letzten Rest Vernunft, die sagte, dass ich etwas essen müsste. Also versuchte ich nur, mit dem Laptop ins Wlan zu kommen. Da stellte sich heraus, dass es nicht kostenlos war. Aber die 5$, die es kosten sollte, opferte ich halt. Ich hatte einfach keine Lust, Las Vegas nach einem kostenlosen Wlan abzugrasen (und außerdem hätte das dann auch entweder einen Kaffee oder Parkgebühr und zumindest Benzin gekostet).

 

Also hatte ich Internet-Zugang und konnte die letzten Tagesberichte hochladen und noch einmal meine Emails checken. Von Delta war eine Email eingetroffen, die alle geheimen Hoffnungen zerschlug: Das Flugzeug sollte wirklich um 7:15 starten; der Flug war weder etwas verschoben noch abgesagt worden. Also blieb mir wohl nichts übrig, als wenigstens Las Vegas wieder zu verlassen. Aber vielleicht würde ich ja in New York festsitzen (der traurige Urlauber braucht einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass sich sein Urlaub gezwungenermaßen verlängern könnte).

 

Als nächstes wollte ich mal beim Mietwagen-Center vorbeifahren, damit ich morgen früh den Eingang nicht mehr suchen muss. Die Adresse hatte ich schon in Deutschland in das Navi eingegeben und Bonnie führte mich problemlos hin. Ihre Route folgte zwar nicht der ausgeschilderten Route, die die Einfahrt so ansteuert, dass man rechts abbiegen kann, aber das Links-Abbiegen sollte doch morgens kurz nach 4 Uhr wohl keine Probleme machen. Da war nämlich noch eine Tankstelle in der Richtung, aus der ich mich von Bonnie geführt näherte. Und ich musste mein Auto vollgetankt abgeben.

 

Das nächste Ziel war das Silverton-Casino, in dem ich zum Abendessen verabredet war. Es war zwar erst früher Nachmittag, aber ich wollte mir den Treffpunkt erst mal in aller Ruhe ansehen. Austin hatte da nämlich einen Brass-Shop erwähnt und ich erinnerte mich an Berichte im Internet, die diesen Shop als Paradies für Outdoor-Fans bezeichneten. Und den wollte ich mir dann noch anschauen. Das Navi hatte ich im Hotel mit Hilfe des Telefonbuchs programmiert. Und bei der Anfahrt konnte ich mich noch einmal so richtig über Bonnie lustig machen: Die Einfahrt zum Parkplatz ist auf der Rückseite, so dass man von der Hauptstrasse (die die Adresse des Casinos ist) abbiegen muss und von hinten kommt. Das passte Bonnie natürlich gar nicht; sie hatte schließlich die Hauptstrasse gespeichert und wollte dann immer, dass ich wieder wende. Erst als ich auf dem Parkplatz ziemlich am Ende Richtung Hauptstrasse war, meinte sie plötzlich, ich hätte mein Ziel erreicht. Die weis wohl auch nicht, was sie will.

 

Im Casino traf ich zuerst auf ein riesiges Aquarium. Den Brass-Shop sah ich mir vom Eingang im Casino aus an und hatte plötzlich gar keine Lust mehr, da zu stöbern.

 

Auch zum Einkaufen hatte ich keine Lust und ich brauchte auch nichts mehr dringend. Außerdem waren die Koffer und der Rucksack schon voll und ich hätte noch ein weiteres Gepäckstück kaufen müssen. Dann wäre nämlich der Notfallplan für den Rückflug in Kraft getreten: Der kleine Koffer wird nicht ganz gefüllt, so dass er als Handgepäck verwendet werden kann, und der Rucksack muss leer in einen der aufgegebenen Koffer/Taschen.

 

Aber die Star Trek Experience im Hilton wollte ich mir noch anschauen bzw. für einen Star Trek Fan ein Mitbringsel besorgen. Also fuhr ich los auf den Strip - und stand im Stau. Und je näher ich dem Convention Center und damit dem Hilton kam, desto schlimmer wurde es. Kein Wunder, es war ja bereits kurz nach 16 Uhr und die große Convention, deretwegen ich in Jean übernachten musste, dürfte für heute wohl zu Ende sein. Da versuchte ich nur noch, irgendwie über Seitenstraßen wieder zurück nach Jean zu kommen, was aber gar nicht so einfach war. Bonnie hatte ich nur das Ziel eingegeben und an jeder Kreuzung entschied ich mich neu, ob ich Bonnie folgen oder anders fahren wollte. Wenn Bonnie versuchte, mich wieder in den Stau zu bugsieren, ignorierte ich das einfach und fuhr in die entgegengesetzte Richtung. So kamen wir irgendwie doch wieder zurück nach Jean, wo ich mir aus dem  inzwischen wieder aufgefüllten Kaffeevorrat noch einmal einen Kaffee kochte. Noch etwas Spielen mit dem Nintendo und dann war es auch schon wieder Zeit, zum Abendessen ins Silverton zu fahren.

 

Es war schön, die drei mal wieder zu sehen, und ich wurde auch endlich die Schokolade los, die ich für sie aus Deutschland mitgenommen hatte und die die ganze Tour gut eingewickelt im Kofferraum des Autos mitmachen musste.

 

Nach dem Abendessen fuhr ich wieder zurück nach Jean und überprüfte noch einmal die Koffer. Als ich wie jeden Abend die Fotos von der Kamera auf den Laptop überspielen wollte, fiel mir auf, dass ich ja heute überhaupt nicht fotografiert hatte.

 

Dann stellte ich schnell den Wecker auf kurz nach 3 Uhr und versuchte, ein paar Stunden zu schlafen.

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