Sonntag, 16.12.2007
Gefahrene Meilen: 48.6 (= 78 km)
Der Jetlag hat mich gut im Griff. Obwohl es gestern ein sehr, sehr langer Tag war und ich trotz der Zeitverschiebung erst nach Mitternacht ins Bett kam, war ich um 6 Uhr wieder wach. Eine halbe Stunde später war es draußen schon hell bei strahlend blauem Himmel. Da musste ich natürlich aufstehen.
Es gab ja noch so viel zu tun vor dem Aus-Checken aus dem Hotel. Ich musste noch das notwendigste umpacken und mich vor allem mal mit dem aus Deutschland mitgebrachten Navigationsgerät (TomTom One mit USA-Karte) beschäftigen. Ohne auf der Karte liegenden aktuellen GPS-Daten konnte ich in Deutschland keine Route berechnen bzw. mit einem anderen Tool berechnete Routen anschauen. Also erst mal das Gerät anschalten und warten, bis nach ca. 5 min. die aktuelle Position festgestellt war. Jetzt konnte ich noch die Adressen aus dem Telefonbuch raussuchen und als Favoriten in den TomTom übertragen, die ich vergessen hatte.
Dann war es auch schon höchste Zeit, auszuchecken und mein auf 8 Uhr vorbestelltes Auto mit 30 Minuten Verspätung abzuholen. Das Einlösen der in Deutschland getätigten Reservierung ging problemlos vonstatten. Es wurde kein Versuch unternommen, mir eine weitere, unnötige Versicherung aufzudrängen. Dann bekam ich den Schlüssel zu dem mir zugewiesenen Auto und die Information, wo ich es finden würde. OK, also los mit dem ganzen Gepäck und das Auto suchen. Als ich am richtigen Platz stand, traute ich meinen Augen nicht. Aber der Schlüssel passte. Reserviert hatte ich die kleinste Klasse mit 2 Türen und vor mir stand ein Chrysler Pacifica in taubenblau mit vier Einzelsitzen mit hellgrauem Kunstlederbezug. Die hinterste (dritte) Sitzreihe war schon umgeklappt, so dass sich da ein großer Kofferraum präsentierte. Hilfe, ich wollte doch bloß ein kleines Auto und keinen so großen Schlitten. Immerhin brauche ich keine Leiter zum Einsteigen, aber etwas hoch ist es doch. Und wenigstens ist das Auto nicht ganz neu; knapp 20000 Meilen ist es schon gefahren.
Also erst mal alles Gepäck einladen, die Gepäckabdeckung zuziehen und herausfinden, wie ich den Fahrersitz so weit nach vorne bekomme, dass ich keine Beinverlängerung brauche. Irgendwie ist da nirgends ein Hebel zum Verstellen des Sitzes zu finden. Und was sind denn das da alles für Knöpfe? Glücklicherweise hatte ich schon bei der allerersten Inspektion des Kofferraums in einem Fach das noch originalverpackte Handbuch gefunden, das jetzt nicht mehr verpackt ist. Aha, da ist so ein Schiebehebel an der Tür, mit dem ich den Sitz vor- und zurückfahren lassen kann. Und die Lehne kann dort auch verstellt werden. So, jetzt reichen meine Füße an die Pedale. Nimm bloß den linken Fuß von der Bremse, sonst gibt es ganz tolle Kupplungsversuche! Ob das wirklich stimmt, musste ich natürlich noch ein paar Mal ausprobieren. Das Handbuch muss ich heute Abend ausgiebig durchblättern. Ich muss ja wissen, wie ich die ebenfalls vorhandene Cruise Control aktivieren kann.
Jetzt war es Zeit, meinen TomTom mit Lisa als Stimme (auf Deutsch) zu aktivieren und in das schon vorab herausgesuchte Restaurant zum Frühstücken zu fahren. Zumindest mein Magen war dieser Ansicht. Aber das war leichter gedacht als getan: Lisa erwähnte immer wieder Einfahrten, in die ich auch prompt fuhr, obwohl sie nur zur Orientierung gedacht waren. So landete ich immerhin u.a. auch in der Auffahrt zum Venetian, die durch Sicherheitsbeamte gesichert ist. Als ich die Frage nach dem Wohin mit einem „Hab mich verfahren“ beantwortet hatte, hat mir der freundliche Herr erklärt, wie ich durch das Venetian auf die dahinter verlaufende Strasse komme, zu der ich ja auch wollte. Und wenn Lisa dann mal wirklich abbiegen wollte, hat sie es so spät angemerkt, dass ich natürlich prompt auf der gerade entgegengesetzten Seite der mindestens 3-spurigen Straße war und nicht mehr auf die richtige Spur wechseln konnte. Das Display des Navis zusätzlich zu dem chaotischen Verkehr, den ungewohnten Schildern, den riesigen Straßen mit der erdrückenden Werbung überall und dem total ungewohnten Automatik-Auto auch noch im Auge zu behalten, war da einfach nicht drin. Also endete meine Suche nach dem Frühstückslokal und später den verschiedenen Läden für die ersten Einkäufe der wichtigsten Dinge für die nächste Zeit mit ungewollten Stadtrundfahrten, die Lisa immer mit „wenden“ kommentieren musste.
Beim Frühstückslokal angekommen, sollte ich etwa 40 Minuten in deren Spielcasino auf einen freien Tisch warten. Da ich dazu absolut keine Lust hatte (das Gebimmel und Geblinke der Spielautomaten ging mir jetzt schon auf die Nerven), wollte ich mal zu einer Mall fahren und den dortigen Food Court inspizieren. Auf dem Weg dorthin fiel mir dann der Namenszug des Palace Station Casinos ins Auge und ich fand tatsächlich dort hin. Das Essen in den Station Casinos soll auch generell gut und günstig sein. Und so war es auch: für 4.30$ bekam ich einen großen Humpen Kaffee, Rühreier, Speck, Rösti und Toast mit verschiedenen Fruchtgelees. Als alles aufgegessen war, war ich auch gut satt. Da es aber auch schon kurz nach 11 Uhr war, brauchte ich mir um das Mittagessen auch keine Sorgen zu machen.
Anschließend ging es los zum Einkaufen. Und zwar suchte ich ein Walmart Supercenter, um dort die benötigten Dinge zu kaufen. Auf der Suche nach weiteren Läden fuhr ich halt einfach mal einige größere Straßen entlang. Lisa wusste ja immer genau, wo ich gerade war und würde mich schon noch zum Hotel bringen, in das ich noch einchecken musste. Beim Einkaufen fand ich auch eine Schüssel mit frischem, kleingeschnittenen Obst, das ich am frühen Nachmittag essen wollte. Bei der ganzen Rumfahrerei blieb das Essen aber irgendwie auf der Strecke, so dass es das Obst einfach als Abendessen auf dem Zimmer gab.
Im Vergleich zu dem motelartigen Zimmer im Circus Circus ist das Zimmer im Orleans doch einiges komfortabler und edler.
Auf dem Zimmer musste erst einmal umgepackt werden, so dass meine Sachen für die weitere Reise besser greifbar sind. Z.B. muss die Technik aus dem Rucksack zum größten Teil in einen Koffer umziehen, damit der Rucksack für etwas längere Wanderungen zur Verfügung steht. Die Fahrerei in Las Vegas und das Umpacken haben doch so viel Zeit in Anspruch genommen, dass ich jetzt ziemlich geschafft bin und nur noch schlafen möchte.
Da ich heute sonst nicht fotografiert habe, gibt es nur ein paar Bilder vom Zimmer: