Meine Reisetagebücher
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03.12.2022 – Göteborg / Schweden

Die wichtigsten Termine des Tages:
Ankunft: 09:00
Letzter Einschiffungstermin: 21:30
Abfahrt: 22:00
Ausflug: 09:30 Göteborg und Kronhusbodarna

Restaurantzeiten:

07:00 – 07:30 Early Bird in Harry‘s Bar / Deck 7
07:30 – 10:00 Frühstück in den Restaurants Ozean und Amera / Deck 7
07:30 – 10:00 Frühstück

im Lido Buffet-Restaurant / Deck 11

10:00 – 10:30 Spätaufsteher im Lido Buffet-Restaurant / Deck 11
11:00 – 11:30 Heiße Bouillon an der Bar „Schöne Aussichten“ / Deck 11
12:30 – 14:00 Mittagessen in den Restaurants Ozean und Amera / Deck 7
12:30 – 14:00 Mittagessen im Lido Buffet-Restaurant / Deck 11
15:30 – 16:30 Tee- u. Kaffeestunde im Lido Buffet-Restaurant / Deck 11
und an den „Schöne Aussichten“ / Deck 11
18:00 Spezialitäten Menü Pichler‘s Restaurant / Deck 7 (mit Reservierung)
18:00 – 20:30 Abendessen in den Restaurants Amera und Ozean / Deck 7
sowie im Lido Buffet-Restaurant / Deck 11
21:00 – 23:00 Late-Night-Snack Besuchen Sie den Weihnachtsmarkt an den „Schöne Aussichten“ / Deck 11.

 

Leider kann ich mich nicht mehr daran erinnern, ob ich in dieser Nacht durch das schon erwähnte „Hämmern“ geweckt wurde. Wenn mich in der Nacht ein Geräusch weckt, das ich kenne oder schon als ungefährlich eingestuft hatte, drehe ich mich meistens einfach um und schlafe weiter – und erinnere mich morgens oft noch nicht mal daran.

 

Eigentlich hatte ich den Wecker auf 7 Uhr gestellt, weil ich noch einen Teil der Fahrt durch die Schären sehen wollte. Aber als der Wecker dann klingelt, stelle ich ihn ab und beschließe, dass ich lieber noch etwas schlafe. So weiß ich natürlich nicht, ob ich etwas von den Inseln gesehen hätte oder ob es wirklich noch zu dunkel dazu war. Kurz vor dem Hafen ist die Sicht auf jeden Fall noch nicht wirklich gut.

Lust auf ein ausgedehntes Frühstück habe ich keine; Hunger ebenso wenig. Vielleicht macht sich jetzt endlich die Völlerei der letzten Tage bemerkbar. Also werde ich jetzt ohne Frühstück und ohne Marschverpflegung an einem Ausflug teilnehmen. Aber Kaffee trinke ich natürlich trotzdem.

Ich bin wieder auf meiner Kabine, um mich für den Ausflug fertig zu machen. Und da erschallt dieses metallische Hämmern wieder, das ich in der einen oder anderen Nacht gehört hatte. Und nach dem Hämmern höre ich ein Surren. Ich schaue aus meinem Fenster und mein Blick fällt auf .........

Die Treppe ist bereits ganz unten und eben wird das Netz befestigt, dessen Sinn ich auch jetzt nicht wirklich erkennen kann. Die Jungs müssen wohl einige Sicherungsstifte mit dem Hammer lösen, bevor sie die Tür öffnen können. Und in der Nacht kommt wahrscheinlich ein Lotse an Bord oder er geht. Auf See ist es sicher zu gefährlich, die Tür auf Deck 4 zu öffnen. Da könnte zu viel Wasser hereinschwappen. Und für Deck 7 müsste er wie ein Pirat über eine Strickleiter das Schiff entern. Das wäre sicher lustig. Also beschließe ich, meine Theorie mit dem Lotsen bei Gelegenheit zu überprüfen.

 

 

Und dann geht es zum Ausflug „Göteborg und Kronhusbodarna“.

 

Zuerst fahren wir durch die Stadt zum Hügel mit der Masthuggskirche, von wo aus man angeblich die beste Sicht auf die Stadt mit dem Hafen hat. Und ich kann sogar unser Schiff entdecken.

Die Kirche wurde Anfangs des 20. Jahrhunderts im Stil der Nationalromantik gebaut, der an die Wikingerzeit und das Mittelalter erinnert.

Die Fassade besteht aus von Hand geschlagenen roten Ziegelsteinen. Im Inneren erinnert die hölzerne Decke, die aus ganzen Baumstämmen zusammengesetzt ist, an die alte schwedische Bauweise und einen Schiffsrumpf.

Leider geht es viel zu schnell wieder weiter und wir fahren zum Stadtteil Haga, vorbei an interessanten alten Häusern. Dabei erfahren wir, dass Holzhäuser aus Sicherheitsgründen (Brand) nur 2 Stockwerke haben dürfen – und ein paar schlaue Bauherren dann für höhere Häuser erst Steingeschosse bauten und die beiden Holzgeschosse oben drauf setzten.

Dann gehen wir in Haga durch die Straße mit dem Weihnachtsmarkt. Diese Straße ist so vollgestopft mit Ständen und Leuten, dass ich mich mehr auf die Seitenstraßen konzentriere.

Und dann kommt da ein Café, das zum Naschen verführen möchte.

In den angebotenen Waren wühlen und etwas kaufen dürfen wir nicht; der Ausflug soll uns nur dazu animieren, am Nachmittag auf eigene Faust den Weihnachtsmarkt zu besuchen.

Der Spaziergang endet an einem Parkplatz am Fuß des Hügels, auf dem der Skansen Kronan steht.

Von dort fahren wir weiter zum Götaplatsen mit dem Poseidonbrunnen. Ich habe keine Lust, schon wieder auszusteigen und mache ein paar Fotos aus dem Bus.

Die letzte Station ist Kronhusbodarna, ein alter Handwerkermarkt, den wir uns ohne Begleitung etwa 30 Minuten ansehen können. Teilweise kann man den Handwerkern bei der Fertigung der Stücke zusehen; so steht dort auch ein alter Webstuhl, an dem eine Frau Schals webt.

 

Damit ist dieser Ausflug leider nach 3 Stunden schon zu Ende und wir fahren zurück zum Schiff.

 

 

Dort kommen wir so rechtzeitig an, dass ich noch ein Mittagessen bekommen kann. Ich stelle mir das Menü im Lido Buffet selbst zusammen und beginne gleich mit dem

Hauptgericht: Wiener Schnitzel vom Kalbs-Kaiserteil, Petersilienkartoffeln, grüne Bohnen, Rosenkohl, Wokgemüse
Dessert: Frisch geschnittenes Obst (viel Melone und Ananas)

Nach einem Blick in das Tagesprogramm küre ich den heutigen Tag zum „Tag der sinnlosen Völlerei“ und nehme auch noch Kaffee und Kuchen (genauer: ein kleines Stück der sehr leckeren Himbeersahnetorte) zu mir. Vielleicht suche ich einen Grund, weshalb ich nicht noch einmal auf eigene Faust auf den Weihnachtsmarkt in Haga kann. Die Zeit zwischen der Tee- und Kaffeestunde und dem Beginn der Abendessenszeit wird dafür zu knapp, wenn man im Internet erst einmal genau analysieren muss, wie der Weg geht und jedes Für und jedes Wider genau analysieren und begründen muss. In anderen Worten: Ich gammele so lange auf dem Schiff herum bis es endgültig zu spät ist, um noch einmal nach Haga und zurück zu gehen, ohne sich abhetzen zu müssen.

 

Also geht es bald wieder zur nächsten Kalorienaufnahme, dem Abendessen. Großzügig verzichte ich auf die Vorspeise und beginne gleich mit der

Suppe: Spargelcremesuppe
Hauptgericht: Burgunder Rinderroulade, Röstgemüse, gebackene Birne, Duchesse Kartoffel
Dessert: Frisch geschnittenes Obst

Fällt es eigentlich auf, dass ich auf die geschnittene Melonenvarianten und Ananas als Abschluss einer Schlemmerei stehe?

 

Nach dem Abendessen heißt es „warm anziehen“. Es steht ein besonderer Abend auf dem Programm.

 

ca. 20.30 An den “Schöne Aussichten” / Deck 11: MS Amera bekommt Besuch aus Schweden!


Erleben Sie an Bord LUCIA und ihren CHOR


Die Lucia-Tradition ist ein etwa 250 Jahre alter Brauch in Schweden. Das Herzstück der Lucia-Tradition in Schweden bildet der singende Luciatåg: Eine Prozession mit Sängern in weißen Roben, angeführt von einer Lucia. Alle tragen Kerzen und bringen Licht, wohin sie auch kommen. Es ist ein christlicher Festtag und erinnert an die Märtyrerin Lucia von Syrakus, die der Legende nach Christen Essen brachte, die sich in römischen Katakomben versteckten. Um den Weg zu beleuchten, aber die Hände frei zu haben, setzte sich die mutige Wohltäterin einen Kranz aus Kerzen auf den Kopf.

Die kleine Prozession geht singend über das Deck und zwischen den Ständen des Weihnachtsmarkts auf die Bühne und singt dort das lange Lied zu Ende.

Nach dieser Vorstellung muss die Gruppe wieder rechtzeitig vor dem Ablegen von Bord. Und dann wird der Weihnachtsmarkt eröffnet. Natürlich brauche ich heute noch einen Mitternachtsimbiss zur Stärkung. Das Warten auf Lucia in der Kälte hat ja fast alle mit dem Abendessen aufgenommenen Kalorien verbraucht. Am liebsten würde ich alles probieren: Bratwurst im Brötchen, Speck-Flammkuchen, Bratkartoffel-Champignonpfanne, Bratapfel, Schmalzgebäck und gebrannte Mandeln. Aber mit Rücksicht auf die bald folgende Nacht, die mit einem zu vollen Magen ziemlich unangehm werden könnte, begnüge ich mich mit einer Bratwurst und gebrannten Mandeln.

 

Zuerst hole ich mir eine Bratwurst und esse sie. Dann ist mir so kalt und ich kann die vom Amera Showensemble vorgetragenen Weihnachtslieder nicht mehr ertragen, so dass ich noch gebrannte Mandeln hole und sie mit auf die Kabine nehme. Das Ablegen und die Ausfahrt aus Göteborg beobachte ich aus meiner dunklen Kabine bis ich (eigentlich gleich nach Ende der Stadt) keine Landschaft mehr in der Dunkelheit erkennen kann. Dabei genieße ich die leckeren gebrannten Mandeln.

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