Meine Reisetagebücher
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30.11.2022 – Hamburg / Deutschland

Die wichtigsten Termine des Tages:
Letzter Einschiffungstermin: 21:30
Abfahrt: 22:00
Rettungsübung: 20:45

Restaurantzeiten:

07:00 – 07:30 Early Bird in Harry‘s Bar / Deck 7
07:30 – 09:30 Frühstück in den Restaurants Ozean und Amera / Deck 7
07:30 – 10:00 Frühstück

im Lido Buffet-Restaurant / Deck 11

10:00 – 10:30 Spätaufsteher im Lido Buffet-Restaurant / Deck 11
11:00 – 11:30 Heiße Bouillon an der Bar „Schöne Aussichten“ / Deck 11
12:30 – 14:00 Mittagessen in den Restaurants Ozean und Amera / Deck 7
12:30 – 14:00 Mittagessen im Lido Buffet-Restaurant / Deck 11
12:30 – 14:00 Grillhähnchen „Schöne Aussichten“- Grill / Deck 11
15:30 – 16:30 Tee- u. Kaffeestunde im Lido Buffet-Restaurant / Deck 11
und an den „Schöne Aussichten“ / Deck 11
17:30 – 20:00 Abendessen in den Restaurants Amera und Ozean / Deck 7
sowie im Lido Buffet-Restaurant / Deck 11
(auf der Backbordseite sowie im Wintergarten wird das Abendessen à la carte serviert).
18:00 Spezialitäten Menü Pichler‘s Restaurant / Deck 7 (mit Reservierung)
22:00 – 23:00 Late-Night-Snack im Restaurant Amera / Deck 7
Es gibt Frikadellen mit Schmorzwiebeln.

 

Der Tag fing schon mal gut an. Ich wache erst kurz vor 9 Uhr auf und muss mich also sputen, wenn ich noch etwas zum Frühstück haben möchte. Das fängt ja gut an. Hoffentlich verpenne ich nicht jeden Morgen fast das Frühstück.

 

Da ich keine Lust auf Bedienung habe und mir erst mal einen Überblick über das Frühstücksangebot machen möchte, gehe ich zum Buffet ins Lido auf Deck 11. Natürlich muss ich unbedingt einen Tisch auf der Wasserseite haben. Ich muss mich ja alle paar Minuten versichern, dass ich immer noch direkt am Wasser bin. Als ob das leichte Schaukeln des „Gebäudes“, wenn ein Schiff vorbeifährt, nicht Beweis genug wäre, dass ich wirklich auf einem Schiff bin.

 

Richtigen Hunger habe ich nicht. Also gibt es erst mal Kaffee aus einer „bodenlosen“ Tasse, wie ich das automatische Nachschenken nenne. Und das hat einen riesigen Vorteil. Wenn nämlich heißer Kaffee in eine noch nicht leere Tasse nachgeschenkt wird, ist das Gebräu in der Tasse nicht mehr so heiß. An die „bodenlose“ Kaffeetasse kann ich mich sofort gewöhnen.

 

Zum Essen hole ich mir dann nach Sichtung des Angebots erst einmal ein Schüsselchen mit Obstsalat und einen Teller mit Melonen- und Ananasscheiben. Danach bin ich satt.

 

 

Jetzt möchte ich mir Hamburg ansehen, vor allem die Speicherstadt.

 

Zuvor überlege ich noch kurz, ob ich mich noch so lange auf dem Schiff herumtreibe bzw. bald wieder zurück komme, um die Grillhähnchen zu testen, oder ob ich nicht doch lieber gleich zur Speicherstadt gehe und mich bei Anfällen von Hunger mit Fischbrötchen vollstopfen werde. Das Fischbrötchen gewinnt.

 

Ich kaufe mir eine Tageskarte des HVV und nehme den nächsten Bus der Linie 111, der mich bis in die Speicherstadt bringt. Leider ist das Wetter nicht so toll für einen langen Ausflug. Es ist kalt und windig und ab und zu fallen ein paar Tropfen. Ich laufe trotzdem erst einmal kreuz und quer durch die Speicherstadt und sehe einige interessante Gebäude und lichte sie ab.

Für die Bilder von meinem Spaziergang durch die Speicherstadt auf eines der Bilder klicken.

Jetzt bin ich wieder an einer der Hauptdurchgangsstraßen gelandet und überlege, was ich als Nächstes tun soll. Eigentlich möchte ich mich jetzt irgend wo hinsetzen und die Umgebung auf mich wirken lassen. Aber alle Bänke sind nass und es ist einfach zu kalt, um draußen länger irgend wo zu sitzen. Soll ich vielleicht wieder zum Schiff zurückfahren und versuchen, doch noch eines der letzten Grillhähnchen zu ergattern? Aber eigentlich will ich noch kurz bei der Elphi vorbei und dann noch etwas nachschauen, das mir auf dem Stadtplan aufgefallen war.

 

Also nehme ich den nächsten Bus, der in Richtung Landungsbrücken fährt und steige nach ein paar Haltestellen wieder aus. Der Fußweg zur Elphi führt über eine Brücke, vor der sich gerade eine Menschentraube staut. Ich komme gerade in dem Moment dort an, in dem die Brücke nach der Durchfahrt eines Schiffes schon wieder fast heruntergeklappt ist. Soll ich warten, ob nicht noch ein Schiff dort durchfahren möchte? Aber eigentlich kann ich das Herablassen der Schranken auch von einiger Entfernung aus hören und dann schnell wieder zur Brücke zurückgehen. Und die Elphi ist direkt hinter dieser Brücke.

Ich beobachte die Menschenmassen, die alle in die Elphi gehen und beschließe, dass ich die Elphi nicht von innen sehen muss und die Sicht nicht gut genug ist, um auf die Aussichtsplatform unterhalb des Glasteils zu gehen. Also gehe ich an der Elphi vorbei in Richtung Wasser. Wenn ich den Stadtplan richtig interpretiert habe, müsste dort die Anlegestelle einer Fähre sein. Und da ist sie auch.

Nach kurzer Wartezeit kommt auch die Fähre 72 angetuckert, mit der ich zu den Landungsbrücken fahre. Als keine Durchsage kommt, dass alle aussteigen sollen, bleibe ich einfach sitzen und fahre noch eine volle Runde mit der Fähre und sehe mir die Gegend vom Wasser aus an.

 

Nach dieser Runde kommt an den Landungsbrücken jedoch die Durchsage, dass alle aussteigen sollen; die Fähre macht offensichtlich eine längere Pause.

An den Landungsbrücken beobachte ich erst einmal die Szenerie und verschiedene Fähren. Gerade gegenüber kann ich im Dunst noch die beiden Hallen sehen, die für den „König der Löwen“ und die „Eiskönigin“ erstellt wurden.

Die Fähren haben ganz unterschiedliche Designs und machen damit unübersehbar Werbung.

Alle Fähren haben am Bug Schwimmkörper.

Und sie bewegen sich beim Anlegen sehr ungewohnt. Sie fahren so lange gerade aus, bis sie auf der Höhe der Anlegestelle sind. Und dann nähern sie sich seitlich dem Ufer.

Fähren beobachten macht hungrig. Also steuere ich den nächsten Imbiss an, der Fischbrötchen anbietet. Kurz darauf labe ich mich unter den wachsamen Augen diverser Möwen an einem Brötchen mit Bismarckhering.

Als ich das Brötchen verspeist habe überlege ich, ob ich noch ein Fischbrötchen essen soll oder nicht doch lieber zum Schiff zurück fahre und dort das Kuchenbuffet plündere. Außerdem wäre eine Tasse Kaffee jetzt auch nicht schlecht. Somit gewinnt das Kuchenbuffet und ich suche die Anlegestelle der Fähre 62 und fahre mit ihr zurück zur Amera. Schon nach der ersten Steigung des Anlegestegs sehe ich die Amera direkt vor mir.

Das frustriert mich etwas. Denn die Amera ist direkt vor mir und ich muss erst vor bis zur Straße gehen und dann auf der anderen Seite des Zauns wieder zurück durch das Terminal und die Sicherheitskontrolle. Aber auch diese Herausforderung packe ich noch bevor ich noch rechtzeitig zur Mitte der Tee- und Kaffeestunde im Lido eintreffe und wieder „bodenlosen“ Kaffee bekomme und etwas Kuchen esse.

 

 

Den Rest des Nachmittags vertrödele ich auf dem Schiff und bald ist es Zeit für das Abendessen. Da ich ja tagsüber fast nichts zu essen bekommen hatte, muss ich mich wieder durch alle Gänge futtern.

Vorspeise: Bananen-Kiwi Cocktail
Salat: Tomatensalat „Caprese“
Suppe: Cremige Karotten-Ingwersuppe
Hauptgericht: Gebratenes Wolfsbarschfilet, Petersiliensauce, Ofen-Champignons, griechischer Reis
Dessert: Mohntörtchen mit Mango und Salted Karamell

 

Um 20:45 ist noch die Rettungsübung. Vorher kommen noch ständig Durchsagen in die Gänge und die Kabinen, wie sie durchgeführt werden soll. Also dann, wenn die Aufforderung kommt, warme Jacke und Schuhe anziehen und die Rettungsweste unter den Arm klemmen. So auf Deck 7 gehen (vor den Aufzügen stehen Aufpasser, damit nur die Personen sie nutzen, die offensichtlich keine Treppen überwinden können) und das Rettungsboot suchen, das an der Kabinentür als Rettungsstelle markiert ist. Rettungsboot 4 ist schnell gefunden. Dort wird dann gezeigt, wie man die Rettungsweste anzieht, ohne sich erst einmal heillos darin zu verheddern. Wenn ich noch mehr Kreuzfahrten mache und viel mehr Übung mit so einer Rettungsweste habe, schaffe ich das bestimmt auch auf Anhieb. Und so lange verheddere ich mich halt erst mal bevor sie dann sitzt.


Zu meiner großen Überraschung waren alle Passagiere ohne zusätzliche Aufforderung dabei, so dass der Kapitän die ganzen Gruppen schon nach sehr kurzer Zeit abschreiten konnte.

 

 

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mich im Moment Streckensperrungen verfolgen. Bei der Anreise war es die bei der Bahn. Und jetzt ist auch beim Ablegen noch nicht sicher, ob wir den Nord-Ostsee-Kanal passieren können oder um Dänemark herum nach Aalborg fahren müssen. Am frühen Morgen hatte kurz hinter den Schleusen bei Kiel ein Kranausleger von unten eine Brücke gerammt und (kleine) Teile der Brücke in den Kanal stürzen lassen. Jetzt sind Brücke und Kanal erst einmal gesperrt und die Brücke wird untersucht, ob weitere Teile in den Kanal stürzen können. Auch der Kanal muss untersucht werden, ob die bereits abgestürzten Teile die Schiffe behindern können.


Wir laufen natürlich trotzdem um 22 Uhr mit Musik und Sekt auf Deck 11 aus. Dort drängen sich Menschenmassen, vor allem hinter den Plastikteilen, die etwas vor dem kalten Wind schützen.


Ich bin müde, es ist dunkel und kalt. Also gehe ich bald in meine Kabine und kann es natürlich nicht lassen, das bereits am ersten Abend gestartete Ritual „Wellen gucken“ aus dem Fenster der dunklen Kabine noch etwas zu genießen.

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