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Donnerstag, 20.12.2007
Gefahrene Meilen: 271.3 (= 437 km)
Heute sollte es wieder nach Norden gehen. Und dabei wollte ich noch das große Loch namens Grand Canyon kurz besuchen. Ich streue einfach so einige Bilder vom Grand Canyon ein.
Beim Aufstehen wunderte ich mich, warum es draußen noch so dunkel war. Bei einem Vergleich meiner Uhr mit dem Wecker und anschließendem Check im Fernseher stellte ich fest, dass Arizona in einer anderen Zeitzone liegt als Nevada und Kalifornien. Das bedeutet, dass es morgens eine Stunde später heller wird (erst kurz nach 7 Uhr), dafür ist es abends aber bis kurz nach 17 Uhr hell. Darüber bin ich wirklich nicht unglücklich, habe ich doch eine Stunde Tageslicht gewonnen.
Das im Zimmerpreis eingeschlossene Frühstück war bereits gestern Abend geliefert worden: Kaffee zum Füllen der Kaffeemaschine, Orangensaft, 2 Eier, 1 große Zimtschnecke, Obstsalat und 1 Mandarine. Es hat auf jeden Fall gereicht, meinen Magen vollständig zu füllen.
Beim Blick auf mein Auto erfüllte sich meine Befürchtung: Die Farbe hatte von blau auf weiß gewechselt. Aber es war nur Reif, den ich durch Aufwärmen des Autos während des Einladens zum größten Teil entfernt hatte. Aber ein Blick auf das Thermometer im Auto ließ mich erschaudern: Es waren -3° C; und das kurz vor 8 Uhr. Aber wenigstens war es trocken.
Also los in Richtung großes Loch. Unterwegs musste ich kurz nach Williams noch für 3 seltsame Gestalten bremsen, die unbedingt die Straße überqueren mussten: Da rannten 3 große hirschartige Tiere über die Straße. Im Gegensatz zu unseren Hirschen war das Fell eher sandbraun und das Geweih war sehr klein. Natürlich waren die drei wieder viel zu schnell für mich: Es gibt keine Bilder.
Nach diesem kurzen Intermezzo gab es keine Unterbrechung meiner Fahrt mehr. Nur am IMAX-Kino erlebte ich eine Enttäuschung: Das Kino öffnet im Winter morgens erst um 10 Uhr und es war erst kurz nach 9. Also kein Film über den Grand Canyon. Stattdessen weiter zum Parkeingang und dort erkundigen, wie die Straßenbedingungen am East Rim sind. Alles ok, die Straße ist frei, so dass ich direkt nach Cameron fahren konnte und nicht den großen Umweg über Flagstaff nehmen musste.
Dann endlich war ich am ersten Aussichtspunkt. Es ist schon ein riesiges, beeindruckendes Loch. Aber so richtig vom Hocker gerissen hat es mich nicht. Und das lag sicher nicht daran, dass die Temperatur nur so um den Gefrierpunkt oder der Himmel bedeckt war. Die Temperatur war zwar nicht besonders schön, aber ich hatte eher mit weniger gerechnet; schließlich ist der South Rim (südlicher Rand mit jeder Menge Aussichtspunkten) zwischen 2000 und 2300 m hoch. Und auf der Fahrt nach Osten kam auch noch die Sonne heraus und hat voll auf die Felsen geschienen. Mir haben einfach das Valley of Fire und das Death Valley um einiges besser gefallen. Trotzdem habe ich viele Fotos gemacht.
Auf der Straße am Canyon entlang und an den Aussichtspunkten habe ich noch einige Tiere getroffen: Große schwarze Vögel (Raben oder Krähen?) waren an einigen Aussichtspunkten zu sehen. An einem sah ich auch noch einen kleinen Vogel. Und als ich so wohlgemut die Straße im Ostteil entlangfuhr, standen da plötzlich 2 kleine rehartige Tiere, die bis auf die Größe und dem Geweih denen vom Morgen ziemlich ähnlich waren, am Wegrand und glotzten mein Auto an. Natürlich gibt es wieder keine Fotos; da hätte ich einen Beifahrer mit schussbereiter Kamera gebraucht.
Nach dem Grand Canyon ging es weiter nach Cameron. Sobald der Nationalpark zu Ende war, waren überall an der Straße Verkaufsstände von Indianern zu sehen. Es gab auch ein paar mal ein Schild mit dem Hinweis auf einen Aussichtspunkt, an dem natürlich wieder Indianer ihre Arbeiten verkaufen wollten. Da ich aber keine Lust hatte, die Langeweile der auf Touristen wartenden Indianer zu unterbrechen und alle auf mich stürzen zu sehen und es zwar wärmer als am Grand Canyon, aber immer noch ziemlich kalt und vor allem sehr windig war, fuhr ich weiter bis Cameron zur Trading Post, in der Indianer in großem Stil Handarbeiten verkaufen. Und ich wurde fündig: Ein paar Ketten und Silberohrringe wechselten den Besitzer.
Anschließend wollte ich noch einen weiteren kleinen Canyon besuchen, auf den ich mich schon sehr gefreut hatte. Ich habe auch die Anfahrt problemlos gefunden, aber dann kam der große Schock: Der Weg von der gut ausgebauten Straße zum Canyon war nicht nur ein Feldweg (das wusste ich schon im voraus), sondern hatte sich am Anfang in eine gefrorene Schlammpiste verwandelt. Da habe ich nicht versucht, mit meinem Auto durchzukommen und drehte halt wieder um. So hatte ich noch einen kleinen Umweg ins Indianerreservat gemacht und schon einen Vorgeschmack bezüglich der Häuser und Grundstücke bekommen. Die Häuser sind eher einfach und im Vorgarten und neben den Häusern stehen mehrere Autos, die alle nicht mehr so neu aussehen und einige wohl eher nicht mehr so ganz fahrtüchtig sind.
Jetzt bin ich in Page, in einem kleinen Motel, das zu einem unschlagbaren Preis (60$ für 2 Nächte) statt einem Zimmer ganze Apartments mit Wohnküche und 2 Schlafzimmern bietet. Ob es für mehr als eine Person teurer ist, weiß ich nicht.
Jetzt bin ich auf das Wetter und die Straßenverhältnisse morgen gespannt. Der Wetterbericht bringt evtl. etwas Schnee in der Nacht und morgen vielleicht etwas Regen. In Williams hatte ich mir heute morgen nach einem Check des Wetterberichts überlegt, ob ich nicht besser die Route ändere und erst später in diese Gegend komme. Aber der Schnee soll über Weihnachten in Richtung New Mexiko und Texas ziehen, so dass ich nur noch ganz in den Süden ausweichen könnte. Und später wäre diese Gegend dann vollgeschneit (z.B. der Grand Canyon), so dass ich vielleicht einiges ganz streichen müsste. Also beschloss ich, es einfach zu riskieren und es sieht nicht mal so schlecht aus.