Meine Reisetagebücher
Meine Reisetagebücher

01.12.2022 – Nord-Ostsee-Kanal und Erholung auf See

Die wichtigsten Termine des Tages:

Restaurantzeiten:

07:30 – 08:00 Early Bird in Harry‘s Bar / Deck 7
08:00 – 10:00 Frühstück in den Restaurants Ozean und Amera / Deck 7
08:00 – 10:00 Frühstück

im Lido Buffet-Restaurant / Deck 11

10:00 – 10:30 Spätaufsteher im Lido Buffet-Restaurant / Deck 11
10:30 – 11:00 Heiße Bouillon an der Bar „Schöne Aussichten“ / Deck 11
11:00 – 12:00 Frühschoppen Schöne Aussichten“ / Deck 11
12:30 – 14:00 Mittagessen in den Restaurants Ozean und Amera / Deck 7
12:30 – 14:00 Mittagessen im Lido Buffet-Restaurant / Deck 11
12:30 – 14:00 Grillhähnchen „Schöne Aussichten“- Grill / Deck 11
15:30 – 16:30 Tee- u. Kaffeestunde
& Crepes mit Sauerkirschen
im Lido Buffet-Restaurant / Deck 11
und an den „Schöne Aussichten“ / Deck 11
18:00 GALA- Abendessen
(Für Gäste der Decks 6, 8, 10 und 12)
in den Restaurants Amera und Ozean / Deck 7
sowie im Lido Buffet-Restaurant / Deck 11
19:45 GALA- Abendessen
(Für Gäste der Decks 5, 7, 9 und 11)
in den Restaurants Amera und Ozean / Deck 7
sowie im Lido Buffet-Restaurant / Deck 11
22:00 – 23:00 Late-Night-Snack im Restaurant Amera / Deck 7
Kosten Sie heute eine „Schlemmer Stulle“.

 

Mitten in der Nacht werde ich durch seltsame Geräusche geweckt. Es klingt als würde jemand mit einem riesigen Hammer auf Metall schlagen.


Mein erster Gedanke ist, dass das Schiff auseinanderbricht. Aber das kann nicht sein. Auf dem Flur ist alles still. Die nächste Erklärung muss her: Dem Bewohner der Nachbarkabine gefällt das Layout nicht und er räumt die Kabine um. Das ist zwar auch ziemlich unwahrscheinlich. Aber mir gefällt diese Erklärung. (Spoiler: Die Ursache für das Hämmern hat sich in ein paar Tagen dann selbst aufgelöst. Aber dazu später.) Außerdem hat das Hämmern inzwischen aufgehört und ich schlafe gleich wieder ein. Noch nicht einmal das Fenster lockt zum „Wellen gucken“.


Ich wache etwa 8:30 auf. Das ist zwar immer noch später als eigentlich geplant, aber es ist früh genug, dass ich noch in einem Bedien-Restaurant frühstücken kann.

Ein Blick aus dem Fenster zeigt ganz nahe ein befestigtes Ufer. Wir sind also wirklich im Nord-Ostsee-Kanal und wohl auch schon ziemlich weit in Richtung Kiel. Nur das Wetter ist immer noch ungemütlich kalt und diesig.

Das große Restaurant Ozean ist fast leer und ich finde somit gleich einen schönen Tisch an einem Fenster. Es gibt natürlich wieder „bodenlosen Kaffee“. Aber zur großen Enttäuschung des Kellners möchte ich gar nicht so viel essen. Mir reicht erst einmal ein Omelette mit Schinken und Käse mit einem kleinen Brötchen und ein Glas Saft, das auch nachgefüllt wird. Die Atmosphäre gefällt mir sehr gut. Es ist wirklich angenehm ruhig hier. So sollte ich öfters frühstücken. Aber nur, wenn ich viel Zeit habe. Im wuseligen Lido bin ich bestimmt schneller fertig.


Nach dem gemütlichen Frühstück hole ich noch schnell den Mantel aus der Kabine und fahre dann auf Deck 12 und klettere noch bis auf die Aussichtsplattform hoch. Von dort arbeite ich mich ganz langsam über alle Möglichkeiten der Außendecks hinunter auf Deck 7. Und mache natürlich unterwegs auch ein paar Fotos.

Auf Deck 11 wird der Frühschoppen vorbereitet. Während des Frühschoppens soll auch die Seekarte präsentiert werden.

Das Essen und die Veranstaltung interessieren mich aber nicht. Ich will viel lieber das Schiff genauer erkunden und die Fahrt beobachten.

Gegenverkehr

Werden wir etwa von dem Kleinen verfolgt?

Es kommen auch immer wieder Durchsagen zur Gegend und zur Situation. So erfahren wir auch, dass die Freigabe des Nord-Ostsee-Kanals irgendwann auf dem Weg nach Brunsbüttel kam und wir dann sogar die Poleposition bekommen haben und somit unsere Zeiten gut einhalten können. Ich wundere mich schon etwas darüber, dass wir an der langen Schlange der wartenden Frachtschiffe vorbei und dann gleich als erster in den Kanal durften. Und spinne einen Gedanken weiter, der mir dabei kommt. Unser Schiff ist ja auch viel eleganter als die plumpen Frachter. Ist es also möglich, dass ich beim nächsten Einkaufen an der Kasse auch an der Schlange vorbei darf, wenn ich elegant angezogen bin? Oder gilt das nur für Kreuzfahrtschiffe?

So schnell wie diese Idee kam, so schnell zieht etwas anderes meine Aufmerksamkeit auf sich. Hat jemand Lust auf eine Partie Minigolf?

Und auf Deck 7 stelle ich fest, wie weit ich gehen muss, wenn ich das Schiff während der Fahrt einmal umrunde:

Und dann kommt in der Ferne im Dunst eine Ansammlung von Schiffen in Sicht. Das sieht nach Schleuse aus.

Dann nähern wir uns der Schleuse, müssen aber erst einmal Gegenverkehr passieren lassen.

Endlich sind wir in der Schleuse und werden auf einer Seite mit dicken Tauen gesichert. Dann wird das Tor hinter uns geschlossen

Inzwischen ist es schon kurz nach 12:00 und ich bekommte etwas Hunger. Auf die Bouillon und den Maritimen Frühschoppen habe ich ja verzichtet. Also muss ich mal das Mittagessen probieren, mal wieder an einem schönen Fenstertisch im Restaurant Ozean. Ich begnüge mich mit Suppe (Orientalische Linsensuppe), Hauptgang (Mittelmeer Barschfilet, Sauce Rouille, Grilltomate, Pesto-Bruschetta) und Dessert (Frisch geschnittenes Obst).

 

Danach bin ich wieder an Deck. Es ist aber so diesig und das Ufer so weit weg, dass ich keine Fotos mehr mache. Und frische Luft macht müde. So gehe ich bald wieder auf die Kabine und möchte mal etwas in dem Reiseführer lesen, natürlich bequem auf dem Bett liegend. Aber schon nach ganz kurzer Zeit fällt mir der Reiseführer aus der Hand und ich verschlafe die Tee- und Kaffeestunde.

 

Heute ist Galaabend mit Kapitänsempfang und Foto und einer Show vor dem Abendessen. Weil das Schiff voll belegt ist und nicht alle Passagiere in die Restaurants passen, gibt es an diesem Abend alles doppelt. Die Einteilung, zu welcher Zeit das Kapitänsfoto mit anschließender Show ist, wird durch die Lage der Kabine festgelegt. Die Decks mit gerader Nummer sind zuerst dran und dann kommen die Decks mit ungerader Nummer. Mit einer Kabine auf Deck 5 bin ich also in der zweiten Gruppe. Weil zeitgleich mit der zweiten Gruppe auch das Fußballspiel Costa Rica – Deutschland gezeigt wird, dürfen die Fußballfans aus der zweiten Gruppe sich der ersten Gruppe anschließen. Damit ist ein kleines Chaos vorprogrammiert. Aber dazu später.

Für die zweite Gruppe sieht das Programm so aus:

18:40 – 19:00 Kapitänsfoto vor der Atlantik Show-Lounge (backbord)

19:00

Welcome Show zum Beginn der Reise
19:45 Genießen Sie unser Gala-Abendessen! Genießen Sie dieses bei wunderschöner Aussicht auch im Lido Buffet-Restaurant (Backbordseite) sowie im Wintergarten à la carte.

Ein Foto mit dem Kapitän und mir brauche ich wirklich nicht. Aber die Welcome Show mit Vorstellung der Phoenix Mitarbeiter und der Offiziere will ich mir anschauen. Und ich bin gespannt auf die „Tribute to Abba“ Show des MS Amera Showensembles.


Die Zeit bis kurz vor 19 Uhr vertreibe ich mir auf der Kabine mit „Wellen gucken“.


Die Vorstellung der Mitarbeiter und der Offiziere finde ich ganz interessant. Aber das MS Amera Showensemble kann mich überhaupt nicht überzeugen. Für mich ist das nur schlecht nachgemacht mit falschen Instrumenten bei der Begleitung. Der Funke, der bei den Songs von den Schweden einfach überspringt, hatte sich unter der Bühne versteckt und will nicht vorkommen. Ich bin davon ziemlich enttäuscht.


Das ist aber noch nichts zu der großen Enttäuschung, die gleich folgen soll. Denn nach der Show geht es zum Gala-Abendessen ins Restaurant Ozean.


Bei einem Gala-Abendessen erwarte ich eigentlich festlich gedeckte Tische, die auf die Gäste warten. Und die erste Gruppe hat das wahrscheinlich auch vorgefunden. Aber jetzt waren die meisten Tische noch nicht einmal abgeräumt und an einigen Tischen saßen auch noch Gäste der ersten Gruppe mit dem Dessert. Die Crew hat zwar versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Aber sie konnten halt nur dafür sorgen, dass die neuen Gäste an freien Tischen Platz nehmen konnten und deckten die Tische erst danach ein. Somit war die Situation eher vergleichbar mit der in einem gut besuchten einfachen Restaurant, in dem die Tische immer erst eingedeckt werden, wenn die Gäste Platz genommen haben. Wahrscheinlich waren in der ersten Gruppe durch die Freigabe für Fußballfans aus der zweiten Gruppe (Wer hat kontrolliert, dass nur die Fußballfans aus der zweiten Gruppe in die erste gewechselt haben?) viel zu viele Gäste, so dass gar nicht alle einen Platz zum Essen fanden und warten mussten, bis die ersten das Essen beendet hatten. Diese Chaos hätten die Verantwortlichen für die Organisation vorhersehen können („das gibt ein Chaos“ war mein erster Gedanke, als ich die Durchsage hörte, dass Fußballfans aus der zweiten Gruppe in die erste Gruppe können) und auch kurzfristig durch andere Maßnahmen vermeiden können. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass auch die Gäste der ersten Gruppe aufgrund der „Überfüllung“ nicht das Gala-Abendessen erlebt haben, das sie eigentlich erwarteten.


Das Essen selbst war wieder sehr lecker und die Crew hat sich alle Mühe gegeben, Herr über das Chaos zu werden. Dass sie das nicht schaffen konnte, ist nicht der Crew anzulasten. Da hat mir jeder einzelne der Crew leid getan, der im Restaurant für die Gäste sorgen musste.

Vorspeise: Heilbutt-Pfannkuchen Wrap, Gado Gado-Gemüserohkost ~ Kaviar ~ Teriyaki-Mayonnaise
Suppe: Edelpilzcremesuppe ~ Blätterteiggebäck
Sorbet: Schwarze Johannisbeere ~ Champagner
Hauptgericht: Kalbsrücken am Stück gebraten, Portweinsauce ~ Fenchel ~ Erbsencreme ~ Polentapudding
Dessert: Frisch geschnittenes Obst
und zum Abschluss gibt es noch ein paar Pralinen.

 

Nach dem Essen ist es schon ziemlich spät und ich bin trotz des Mittagsschläfchens schon wieder müde. Und so endet dieser Abend wie die anderen davor auch schon mit etwas „Wellen gucken“ und kurz vor 23 Uhr dann zu Bett gehen.

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